Lasst und neu beginnen!

Von Jürgen Fredrich | 8 November, 2017


Unter dieser Überschrift stehen die folgenden Verse aus Hb12.12-17:

Darum “richtet auf die erschlafften Hände und die gelähmten Knie”, und “macht gerade Bahn für eure Füße!”, damit das Lahme nicht abirre, sondern vielmehr geheilt werde. Jagt dem Frieden mit allen nach und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn schauen wird; und achtet darauf, dass nicht jemand an der Gnade Gottes Mangel leide, dass nicht irgendeine Wurzel der Bitterkeit aufsprosse und euch zur Last werde und durch sie viele verunreinigt werden; dass nicht jemand ein Hurer oder ein Gottloser sei wie Esau, der für eine Speise sein Erstgeburtsrecht verkaufte! Denn ihr wisst, dass er auch nachher, als er den Segen erben wollte, verworfen wurde, denn er fand keinen Raum zur Buße, obgleich er sie mit Tränen eifrig suchte.

Wer neu anfangen will, muss als erstes dazu bereit sein, ganz ehrlich herauszufinden, wo er gerade steht und sich befindet. Das gilt für eine einzelne Person, aber auch für eine Gemeinschaft. Finde heraus, was sich verändern soll/muss. Die Bestandsaufnahme in unserem Text lässt sich so zusammenfassen:

  • Menschen mit erschlafften Händen und zitternden Knie – müde, abgearbeitet, kraftlos, antriebslos, mutlos, ängstlich, instabil, keinen festen Stand,
  • Menschen, die mit all ihren Enttäuschungen und negativen Erlebnissen nicht zurecht-kommen. Statt diese durch Vergebung zu entsorgen, werden sie in ihren Herzen zum Nährboden für Bitterkeit. Bitterkeit zählt zu den giftigsten und deshalb zu den gefährlichsten Lebens-Einstellungen eines Menschen.
  • Menschen mit falschen Prioritäten. Als Negativ-Vorbild wird Esau erwähnt, der für einen momentanen, sofortigen Genuss bereit war, kostbare Dinge, wie den Segen seines Vaters, aufzugeben.
  • Menschen, die es nicht mehr für wichtig hielten, Jesus immer ähnlicher zu werden, und sich über den Konsequenzen dieser Fehl-Entscheidung gar nicht im Klaren waren: so werdet ihr den Herrn niemals schauen.

Hier gab es also richtig großen Veränderungsbedarf im Leben der Brief-Empfänger. Und es werden uns auch gleich 2 Schlüssel für Veränderung genannt:

Der erste Schlüssel: achtet darauf, dass nicht jemand an der Gnade Gottes Mangel leide. All diese Fehl-Entwicklungen sind wohl Hinweise darauf, dass diese Menschen mehr von der Gnade Gottes in ihrem Leben brauchen.

Gnade heißt nicht: mach weiter so – ist halb-so-schlimm – ich drück mal ein Auge zu. Gnade ist, wenn Gott uns nicht das gibt, was wir verdient haben, wenn Gott uns vergibt und befähigt, den Menschen zu vergeben, die uns enttäuscht oder verletzt haben, wenn ER unser Herz von Bitterkeit befreit und uns einen Raum zur Umkehr schafft. Gnade ist, wenn Gott für mich kämpft und in mir den Überwinder-Willen weckt. Wenn ER mich aufrichtet und stärkt. Wir brauchen doch genau diese Gnade. Keiner von uns braucht an irgendwelchen Gnaden-Mangelerscheinungen erkranken. „Denn aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, und zwar Gnade um Gnade.“ (Joh1.16)

Der zweite Schlüssel ist ein geistlicher Generalschlüssel im Reich Gottes: kein Neuanfang ohne Umkehr. Gnade stellt uns Gott nicht dafür zur Verfügung, um so weiterzumachen, wie bisher, sondern um unser Denken und Verhalten, unseren Lebensstil und unseren Umgang mit uns selbst oder anderen zu verändern. Gnade ermöglicht Umkehr und ist ein großartiges, einzigartiges Geschenk Gottes. Sie ist etwas unvorstellbar Kraftvolles. Kehrt um, war die Kern-Botschaft von Jesus von Anfang an: “Jetzt ist die Zeit gekommen, Gottes Reich ist nahe. Kehrt um zu Gott und glaubt an die rettende Botschaft!” (Mk1.15)  Genau diese Botschaft braucht unser Land so dringend. Kehr um im biblischen Sinn, ist keine Droh-Botschaft, sondern eine Gute Nachricht. Wir können zu Gott zurück finden. Wir können mit ihm neu anfangen. Dr. Michael Brown hat Recht, wenn er schreibt: “Buße bedeutet geistliche Revolution. Bollwerke von Sünde werden zerstört. Lebenslange Bindungen werden überwunden. Verhärtete Herzen brechen auf. Der Griff Satans wird gelöst. Buße setzt Gefangene frei.”

Suchen wir Veränderung? Wo braucht es in deinem Leben Veränderung? Brauchen wir einen Neuanfang? Dann brauchen wir viel Gnade und die Entschlossenheit, jede Chance zur Umkehr zu nutzen.

Herzlichst – euer Jürgen