Mittwochsmail

Von Jürgen Fredrich | 17 Mai, 2017


Ihn verkündigen wir, indem wir jeden Menschen ermahnen und jeden Menschen in aller Weisheit lehren, um jeden Menschen vollkommen in Christus darzustellen. Kol1.28

Liebe Geschwister und Freunde,

Paulus formuliert hier sehr prägnant sein Arbeitsziel mit Menschen: er will jeden Menschen vollkommen in Christus darstellen. Das hebräische Wort für „vollkommen“ heißt „tamim“ und bedeutet so viel wie: „ganz, ungeteilt“. D.h. etwas Zerbrochenes, Geteiltes oder Getrenntes soll wieder zu einer Einheit zusammengefügt werden - weil Gott heilend und verbindend eingreift.

Vollkommen werden hat also nichts mit Perfektionieren zu tun, sondern mit ganz werden. Das hat mich wieder an unser Jahres-Motto: GANZ erinnert. Unser Herr will und kann aus zerbrochenen Herzen und zerrissenen Seelen, ganze, ungeteilte Menschen machen. Gott hat sich uns Menschen als ein Ganzes, als eine Einheit gedacht und geschaffen: Leib und Seele gehören zusammen, der äußere und innere Mensch sind nicht voneinander zu trennen. Aber auch die verschiedenen Bereiche unserer Seele – unser Denken, Wollen und unsere Emotionen – will ER vereinen. Nur so können wir innere Zerrissenheit überwinden.

Wenn ich Paulus richtig verstanden habe, können wir nur in Christus „ganz“ werden. Auf uns allein gestellt, würde es nur bedeuten: wir müssen was aus uns machen, uns mit eigener Kraft verbessern, mit eigener Willenskraft aufpolieren, auf Hochglanz bringen. Um dann doch nur wieder festzustellen – es gelingt uns nicht. Aber nicht wir, sondern ER kümmert sich um unser ganz-werden. Wir müssen IHM nur die Erlaubnis dafür erteilen – dann legt ER los!

Von einem bin ich jedenfalls zutiefst überzeugt - es gibt für uns keine bessere Adresse, um Heilung, Befreiung und Wiederherstellung unseres Lebens zu erfahren, als unser Vater im Himmel. Jede Begegnung mit diesem Vater kann innere Verletzungen heilen und uns von destruktiven Gedanken und Gefühlen befreien. Unser Vater macht uns ganz, heil, ungeteilt – vorausgesetzt wir finden den Mut, vor IHM und uns selbst ehrlich zu werden. Dann können wir damit aufhören, die Vollkommenen zu spielen oder vorzutäuschen. Wir können echt sein – weil wir wissen: in Christus sind wir vom Vater bereits angenommen und anerkannt. Seine Annahme und Anerkennung müssen wir uns nicht erst erwerben und verdienen. Sein ganz-machen vollzieht sich i.d.R. nicht alles auf einmal, sondern von Begegnung zu Begegnung. Jede Begegnung mit dem Vater zählt und wirkt sich in unserem Leben heilsam aus.

In diesem Sinne vertrau ich euch alle der Liebe des Vaters an