Mittwochsmail

Von Jürgen Fredrich | 10 Mai, 2017


Allerdings genügt es nicht, seine Botschaft nur anzuhören; ihr müsst auch danach handeln. Alles andere ist Selbstbetrug! (Jak1.22)

Liebe Freunde und Geschwister,

mich beschäftigt immer noch das Gespräch mit einem Pastor, der in seiner neuen Gemeinde sehr bald feststellen musste, dass in seiner Gemeinde einiges schief lief. So hatten sich z.B. die meisten Kinder aus den frommen Familien, nicht nur von der Gemeinde verabschiedet. Die junge Generation war auch dabei, ganz schamlos die verschiedensten, extremen falschen Lebensmodelle und Angebote der Gesellschaft auszuprobieren: Drogen, sexuelle Experimente, u.v.a.m.

Beim Nachforschen, was dafür die Gründe waren, stellte der Pastor fest: diese Kinder waren es leid, das gut getarnte Doppelspiel ihrer Eltern länger mitzumachen. Sonntags mit good face eine fromme Rolle spielen und dann im Privatleben ein ganz anderes Verhalten an Tag zu legen, stößt bei der jungen Generation auf massiven Widerstand. Die neue Generation sucht und will das Echte. Lieber das falsche Echte, als das richtige Unechte. Junge Menschen riechen gegen den Wind, jede Art von Heuchelei. Dieser Bericht hat mir neu gezeigt, wie wahr dieser einfache Satz doch ist: „Das, was du lebst, spricht lauter, als das, was du sprichst.“

Nach Jakobus genügt es nicht, nur die Bibel zu lesen, Predigten anzuhören, in den Gottesdient gehen, das Richtige auszusprechen und sein frommes Programm abzuspulen, wann immer es scheinbar von uns erwartet wird. Das nennt er Selbstbetrug. So machen sich Menschen etwas vor und täuschen sich selbst. Unsere Glaubwürdigkeit steht und fällt damit, ob wir das auch leben, umsetzen, anwenden, einüben, was wir über das Leben mit Gott gehört und gelernt haben. Dabei ist nicht entscheidend, ob und wie gut uns das dann auch gelingt, ob wir dabei Fehler machen oder manchmal scheitern. Nicht unser Perfektionismus ist gefragt, sondern unsere Echtheit. Diese Art der Echtheit setzt die Bereitschaft voraus, auch ehrlich zu sein. Ehrlich zu sich selbst und ehrlich vor andern. Die ersten, die wir durch authentisches Leben für ein echtes Christsein gewinnen, werden unsere Kinder, die nächste Generation sein. Denn die will das Echte – und nur das Echte. Das ist eine der zentralen Lebensfragen der neuen Generation: wo finden wir das echte Leben?

Ich möchte euch jedenfalls dazu ermutigen, ganz praktisch und konsequent euren Glauben zu leben – das Reden Gottes ernst zu nehmen und seinen Anweisungen zu folgen - Schritt für Schritt – Tag für Tag. Treffe heute die Entscheidung, ein Täter des Wortes zu werden. Lege all deine Opferrollen ab, mit denen du dein Nichtstun oder deine Passivität entschuldigst. Beginne heute damit – steh heute auf - und lebe konsequent das, was du schon weißt. Mehr ist gar nicht gefragt. Aber auch nicht weniger. Denke daran: „Das, was du lebst, spricht lauter, als deine Worte.“ Und - was machst du jetzt?